Horst Lichter„Das Zauberwort ist einfach Maßhalten.“

Bei seinem Programm „Herzenssache“ gewährt der beliebte TV-Koch erstmals auch Einblicke in sein Privatleben. Am 12. Mai gastiert er um 20 Uhr im Alter Schlachthof Dresden.


Elbgeflüster: Was ist bei Ihrem aktuellen Programm „Herzenssache“ der thematische Schwerpunkt? Horst Lichter: Mein Leben. Wissen Sie, mit dem Gewinn der „Goldenen Kamera“ vor zwei Jahren habe ich angefangen auf mein Leben zurück zu blicken und das möchte ich nun mit meinem Publikum teilen. Ich werde Geschichten erzählen, die mir wirklich passiert sind. Das Programm ist sehr persönlich geworden. Wir werden viel gemeinsam lachen, vielleicht auch mal nachdenklich werden, aber auf jeden Fall einen schönen Abend haben. Gekocht wird natürlich auch noch.

Elbgeflüster: „Woran erkennt man einen Veganer? Er sagt es einem.“ Dieser Witz symbolisiert den allgemeinen Hype um vegane Ernährung und das schlechte Gewissen was viele Fleischesser mittlerweile haben. Wie stehen Sie denn zum kompletten verzichten auf tierische Produkte? Horst Lichter: Da ist was Wahres dran. Ich mag es einfach nicht, wenn andere versuchen einen zu bekehren. Jeder soll für sich entscheiden können, was für ihn richtig ist. Ich esse auch nicht jeden Tag Fleisch, das gab es schon früher nicht bei uns.

Elbgeflüster: Jamie Oliver hat einen offenen Brief geschrieben, in dem er die Regierung darum bittet Ernährungskunde als Pflichtschulfach einzuführen. Was halten Sie von diesem Vorstoß? Horst Lichter: Wie Jamie Oliver sich für die gesunde Ernährung der Kinder einsetzt, ist zu bewundern. Ob sich seine Vorstellungen auch so länderübergreifend umsetzen lassen, wird man in der Zukunft sehen.

Elbgeflüster: Ist gesunde Ernährung ein Privileg von Menschen mit höherem Einkommen? Horst Lichter: Was genau ist denn gesunde Ernährung? Das was heute alles geredet wird – was ist böse, was nicht – das ist doch oft Blödsinn. Eine gesunde Ernährung ist vor allem eins: ausgewogen. Man kann auch mal „sündigen“, aber der Ausgleich durch frische und gesunde Produkte darf nicht fehlen. Das Zauberwort ist einfach Maßhalten.

Elbgeflüster: Bei Ihnen ist der Beruf offensichtlich eine Passion. Gab es dennoch jemals andere berufliche Überlegungen? Horst Lichter: Natürlich! Ich wollte immer Koch werden, um mit den Menschen zusammen zu sein und ihnen einen schönen Abend zu bereiten. Nach meiner Ausbildung habe ich gelernt, dass es aber oft nur um den Profit und nicht um den Gast geht. Auch deshalb bin ich dann für ein paar Jahre, wie meine Vater, in den Bergbau gegangen. Mit der „Oldiethek“ habe ich mir dann ein Restaurant nach meiner ursprünglichen Vorstellung gezaubert und meine Leidenschaft für das Kochen wiederentdeckt.

Elbgeflüster: Es gibt mittlerweile viele erfolgreiche TV-Köche, doch in der Realität ist das ein wenig glamouröser Knochenjob mit hohem Stressfaktor. Was raten Sie einem jungen Menschen, der diese Karriere anstrebt? Horst Lichter: Immer vorher ein Praktikum machen! Dann kann man gut sehen, ob es wirklich der Traumberuf ist. In der Küche herrscht oft ein sehr rauer Ton mit harten Arbeitszeiten. Darüber sollte man sich vorher bewusst sein.

Elbgeflüster: Mit welchem Essen verbinden Sie die meisten Kindheitserinnerungen? Horst Lichter: Meine Mama war eine unglaublich gute Köchin. Auch wenn wir nicht viel hatten, hat sie uns tolle Gerichte gezaubert. Sie konnte zum Beispiel ein sensationelles Kartoffelpüree machen! Das ist noch heute mein Lieblingsgericht.

Elbgeflüster: Schenken Sie uns zum Abschluss bitte noch eine Lebensweisheit. Horst Lichter: Das Leben ist zu kurz um sich über Arschlöcher und Blödmänner zu ärgern!

Foto: Pressefoto Horst Lichter, Meyer Konzerte


Lichter_Umschlag.inddHorst Lichter Rezept-Tipp
Schmorgurken in Senf-Dill-Rahm

Zutaten für 4 Personen 2 Schmorgurken · 1 Bund Dill · 2 Schalotten · 50 g Butter · 2 TL Mehl · 75 ml Weißwein · 100 ml Gemüsebrühe · 125 g Sahne · 2 EL körniger Senf · Salz, Pfeffer Zubereitungszeit 15 Minuten + 6–8 Minuten Schmoren

Zubereitung
1. Gurken schälen und der Länge nach halbieren. Die Kerne mit einem kleinen Löffel auskratzen. Gurkenhälften in etwa 2 cm breite Stückeschneiden.
2. Dillblätter abzupfen und hacken. Schalotten schälen und fein würfeln. Die Butter in einer breiten Pfanne zerlassen und die Schalotten mit den Gurkenstücken bei mittlerer Hitze darin anschwitzen. Mit Mehl bestäuben, mit dem Wein ablöschen und mit Brühe und Sahne aufgießen.
3. Die Hitze reduzieren und die Gurken 6 – 8 Minuten offen leise koche lassen. Senf und Dill unterrühren und die Schmorgurken mit Salz und Pfeffer würzig abschmecken.

Übrigens… Die ideale Begleitung? Ein schönes, goldbraun gebratenes Stück Lachs, was sonst!

Aus dem Buch „Die Lust am Kochen! – Da ist sie wieder“ Rezepte zum Niederknien: Das Leben ist zu kurz für schlechte Laune und schlechtes Essen. In seinem neuen Kochbuch „Die Lust am Kochen! – Da ist sie wieder“ legt Horst Lichter daher viel Wert auf bewusst und genussvoll zubereitete Gerichte.

192 Seiten · ca. 200 Fotos · Preis: 19,99 Euro

021_Schmorgurken

|| 02.05.2016

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