Interview mit Heino

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„Ich war immer ein Einzelgänger!“

Heino gastiert im Rahmen seiner „Made in Germany“-Tour am 10. März ab 18.00 Uhr in der Riesaer Stadthalle „stern“.


elbgeflüster®: Ihre Tournee heißt „Made in Germany“. Geht es auch darum, dass Sie sich mehr Bekenntnis zu unserem Vaterland wünschen?
Heino: Ich bin ein deutscher Sänger, bin stolz auf meine Heimat und habe seit Beginn meiner Karriere immer deutsche Volkslieder gesungen. Für mich sind Brauchtum und Tradition sehr wichtig. Umso wichtiger ist es auch, dass die deutsche Nationalhymne wieder mehr gesungen wird. Teilweise können unsere Kinder diese gar nicht mehr singen, weil es in der Schule auch nicht gelehrt wird. Das finde ich traurig. Die Farben Schwarz/Rot/Gold haben für mich eine besondere Bedeutung. Für mich stehen sie für Einigkeit, für Wohlstand und für Sicherheit. Deswegen freue ich mich immer wieder, wenn meine Fans zu den Konzerten eine Deutschland-Flagge mitbringen. Das ist ausdrücklich erwünscht! Es braucht sich niemand zu schämen, wenn er seine Heimat so liebt, wie ich es tue.

elbgeflüster®: Was dürfen Ihre Zuschauer live erwarten? Eher den klassischen Heino – oder auch rockige Momente?
Heino: Natürlich werde ich alle meine großen Hits singen – von der Schwarzen Barbara über Rosamunde bis zu Blau blüht der Enzian. In meinem Konzert singe ich aber auch ein altes Seemannslied und Volkslieder. Aber auch mein Ausflug in die Rock-Szene hat Platz im etwa zweistündigen Programm gefunden, seit Langem singe ich wieder „Junge“, weil es vor allem mein junges Publikum so gewünscht hat, und natürlich dürfen auch die Mallorca-Songs wie „Holla die Waldfee“ und „Ein Gläschen am Morgen“ nicht fehlen. Das Schöne ist: Bei Heino feiern Alt und Jung gemeinsam.

elbgeflüster®: Spüren Sie vor Auftritten eigentlich noch Lampenfieber?
Heino: Nein, Lampenfieber habe ich nach ca. 70 Jahren auf der Bühne nicht mehr. Ich bin natürlich konzentriert und gehe manchmal die Tonleiter stimmlich rauf und runter.

elbgeflüster®: Was viele nicht wissen: Sie sind ein richtiger Weltstar. Ich welchen Ländern gibt es besonders viele Fans und wie reagieren die auf Ihre Person und Musik?
Heino: Ach, Weltstar würde ich nicht sagen! Ich freue mich, dass ich in vielen Ländern einige Fans habe. Ich habe Konzerte auf allen Kontinenten gespielt und somit die ganze Welt besungen – immer in deutscher Sprache. Vor etwa zwei Jahren habe ich erneut in Amerika mehrere Konzerte vor deutschen Auswanderern gegeben, das war echt toll. Die Stimmung war sensationell. Dem legendären Partytempel „Bierkönig“ in Spanien, also auf Mallorca, habe ich im Sommer vergangenes Jahr ein festes Engagement zugesagt. Man kann sich gar nicht vorstellen, was da bei meinen Auftritten immer los ist! Das macht dem alten Opa Heino so richtig Spaß, wenn die Jugend auch zu alten Volksliedern feiert und mitsingt.

elbgeflüster®: Durch Ihren Künstlernamen „Heino“ sowie Ihre unverwechselbare Erscheinung mit der dunklen Sonnenbrille und dem blonden Haar sind Sie schon früh zu einer ikonischen Figur geworden – vergleichbar mit Andy Warhol oder Karl Lagerfeld. Wie haben Sie diese öffentliche Wahrnehmung zu Beginn Ihrer Karriere erlebt?
Heino: Ach, ich bin halt einfach so wie ich bin. Viele sagen mir ein ikonisches Erscheinungsbild nach. Das mag vielleicht sogar stimmen. Ich habe mir darüber noch nie so viel Gedanken gemacht.

elbgeflüster®: Sie coverten 2013 Songs anderer deutscher Künstler, was einige Bands wie die Toten Hosen verärgerte. Hat Sie das amüsiert oder negativ überrascht?
Heino: Um ehrlich zu sein, das hat mich nie gestört. Kritik zieht an mir vorbei, da bin ich schon lange abgehärtet. Der Erfolg von meinem damaligen Album „Mit freundlichen Grüßen“ hat mir auch Recht gegeben, es war in Deutschland das erfolgreichste Album des Jahres 2013 geworden, teilweise waren einzelne Titel erfolgreicher als von den Originalinterpreten. Rock zu singen ist auch nicht wirklich schwer. Ich denke, dass umgekehrt viele Rocker sich eher schwer tun würden, zum Beispiel „Blau blüht der Enzian“ zu singen – der geht übrigens über drei Oktaven und da hapert es schon bei den meisten – oder bei Ave Maria von Schubert. Ich wollte zeigen, dass ich mehr kann, als die gedacht haben. Es ist mir gelungen.

elbgeflüster®: Gibt es aktuelle deutsche Künstler, die Sie besonders schätzen?
Heino: Ich war immer ein Einzelgänger in der Branche. Während sich andere Künstler nach der ZDF-Hitparade die Kante gaben, war ich schon im Bett und am nächsten Morgen wieder unterwegs zum nächsten Auftritt oder zur nächsten Autogrammstunde. Ich habe Siegfried & Roy immer sehr geschätzt, wir waren gut befreundet.

elbgeflüster®: Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Heino: Ich sitze mit meinem Manager und meiner kleinen Familie abends gerne zuhause. Im Sommer verbringen wir viel Zeit draußen, sitzen auf unserer Terrasse, gucken in die Tiroler Berge, dabei trinken wir manchmal ein Gläschen Rotwein. Sonst schlafe ich oft, ruhe mich viel aus. Das hält mich fit. Ich spiele gerne Schach und spiele hier und da auf meinen Instrumenten. Am liebsten stehe ich aber auf der Bühne.

elbgeflüster®: Und zum Schluss: Schenken Sie unseren Leserinnen und Lesern bitte eine Lebensweisheit.
Heino: Ein Handwerk von der Pike auf lernen, fleißig sein, an seinen Zielen dranbleiben und das machen, was einem Spaß macht.

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