„Immer schön eins nach dem anderen“
Am 2. November gastiert die Schweizer Sängerin Stefanie Heinzmann im Alten Schlachthof Dresden. Mit Elbgeflüster sprach sie über das Älterwerden, die Kraft eines guten Teams, Lampenfieber, ihre besondere Beziehung zur Bühne.
elbgeflüster®: „Circles“ steht für Kreise und die verschiedenen Phasen unseres Lebens. In welchem Kreis befindest du dich gerade – und in welche Umlaufbahn möchtest du noch? Stefanie Heinzmann: Das sind gleich zwei komplexe Fragen auf einmal. (lacht) Ich bin gerade in einem Circle, in dem ich immer sicherer darin werde, was ich gut kann und wo meine Stärken und Schwächen liegen. Für mich ist momentan eine ganz zentrale Frage: Wo ist mein Team? Ich merke, dass Teamarbeit für mich wahnsinnig wichtig ist. Ich möchte mein Team stärken und lege großen Wert darauf, dass alle, die mit mir arbeiten, das tun können, was sie gut können. Mir macht es einfach wahnsinnig viel Spaß, in einem starken Team zu arbeiten. Und wo möchte ich hin? Ganz grob gesagt: zu einem zufriedenen Dasein. Mein größter Wunsch für mein Leben ist, zufrieden zu sein mit den Dingen, die da sind, und auch mit den Herausforderungen, die das Leben stellt. Ich versuche nicht zu sagen: Unter diesen und jenen Umständen muss mein Leben stattfinden. Ich möchte offen sein für das, was kommt.
elbgeflüster®: Das Konzept von „Circles“ hast du gemeinsam mit deiner langjährigen Begleiterin entwickelt. Stimmt es, dass dabei auch therapeutische Arbeit eine Rolle gespielt hat? Stefanie Heinzmann: Ja, genau. Allerdings nicht mit einer Psychotherapeutin, wie man jetzt vielleicht denken könnte, sondern mit einer Energetikerin.
elbgeflüster®: Sind aus dieser Zusammenarbeit konkrete Songs und Botschaften entstanden? Stefanie Heinzmann: Tatsächlich sind alle Inhalte in dieser Arbeit entstanden. Wir haben versucht, für die verschiedenen Lebenszyklen jeweils einen Song in die Welt zu bringen. Das war manchmal gar nicht so einfach. Aber eigentlich ist es wie im Leben: Man plant etwas, versucht es umzusetzen – und dann kommt das Leben und hat noch einmal andere Pläne. Ich bin mit dem Ergebnis sehr, sehr zufrieden.
elbgeflüster®: Deine Tour führt dich am 2. November nach Dresden. Was verbindest du mit unserer Stadt? Stefanie Heinzmann: Ich durfte in den vergangenen 19 Jahren schon einige Shows in Dresden spielen. Ehrlicherweise habe ich noch nicht unfassbar viel Zeit in der Stadt verbracht, aber was ich ganz klar sagen kann: Dresden war immer gut zu mir. Wir hatten dort immer total schöne Shows. Ich kann mich auch daran erinnern, dass wir das eine oder andere wunderschöne Café entdeckt haben und mittags in der Sonne saßen und es uns gut gehen ließen. Ich freue mich sehr darauf, wieder zurückzukommen. Im November vielleicht nicht unbedingt in der Sonne – aber wer weiß, vielleicht wird es ja ein schöner Herbst. (lacht)
elbgeflüster®: Du hast einmal erzählt, dass dir große Bühnen früher Angst gemacht haben. Heute beschreibst du die Bühne eher als eine Art Safe Space. Was hat sich verändert? Stefanie Heinzmann: Ich glaube, da spielt das Älterwerden eine große Rolle. Nervosität oder Aufregung vor einem Auftritt kennen ja viele Menschen. Wir wollen alle, dass man uns lieb hat und dass wir unsere Sache gut machen. Als ich 18 oder Anfang 20 war, habe ich mich wahnsinnig unter Druck gesetzt. Mir war teilweise wirklich todübel, bevor ich auf die Bühne gegangen bin. Heute vergleiche ich das Gefühl eher mit dem Moment vor einer Achterbahnfahrt – und ich fahre sehr gerne Achterbahn. Das Adrenalin steigt, ich bin aufgeregt, aber es ist eine positive Aufregung.
elbgeflüster®: Mit 18 bekam deine Karriere durch Stefan Raabs Castingshow eine ziemlich außergewöhnliche Starthilfe. Habt ihr heute noch Kontakt? Stefanie Heinzmann: Eigentlich nicht. Aber ich finde es schön: Er gratuliert mir jedes Jahr zum Geburtstag. Und das war es dann auch. Wir haben ansonsten keinen Kontakt mehr.
elbgeflüster®: Bei der „Circles Tour“ steht ein komplettes Konzeptalbum im Mittelpunkt. Wie viel eines solchen Abends ist genau geplant und wie viel entsteht spontan? Stefanie Heinzmann: Das kann ich noch nicht vollständig sagen, weil die Tour noch nicht gestartet ist. Natürlich planen wir sehr viel. Die Setliste, welche Songs wir wann und wie spielen – dafür werden wir intensiv proben. Gleichzeitig bin ich immer offen für Überraschungen und dafür, zu schauen, was an einem Abend passiert. Trotzdem habe ich einen großen Anspruch an das Konzept. Schließlich ist „Circles“ ein Konzeptalbum und diesen Gedanken möchte ich auch auf die Tour übertragen.
elbgeflüster®: Bedeutet das, dass die Zuschauer eine andere Stefanie-Heinzmann-Show erleben werden als bisher? Stefanie Heinzmann: Auf jeden Fall dürfen sie sich richtig freuen. Wir haben ganz bewusst schöne Locations ausgesucht und spielen zum allerersten Mal eine bestuhlte Tour. Das ist für mich etwas ganz Besonderes. Ich glaube, dass diese bestuhlten Locations noch einmal andere Facetten ermöglichen. Natürlich werden wir gemeinsam singen, tanzen und einen guten Abend haben. Aber es gibt eben auch die Momente, in denen man sich einfach hinsetzen und von mir berieseln lassen darf. Diesen Aspekt mag ich sehr.
elbgeflüster®: Zum Schluss die schwierigste Frage: Schenk unseren Lesern bitte noch eine Lebensweisheit. Stefanie Heinzmann: Eine Lebensweisheit, die ich mir selbst sehr oft sage und an die ich mich immer wieder erinnern muss, lautet: Immer schön eins nach dem anderen.
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Foto: Max König


