„Fans sind mein Arbeitgeber!“
Über Humor, Hallen voller Fans und die Frage, warum Dresden aussieht wie ein Werbespot. Torsten Sträter gastiert mit seinem Programm „Mach mal das große Licht an“ am 24. Januar um 20.00 Uhr in der WT Energiesysteme Arena.
elbgeflüster®: Torsten, erstmal Glückwunsch. Nicht viele Komiker füllen locker die großen Hallen – auch die WT-Halle in Riesa. Hast du irgendwann mal ernsthaft darüber nachgedacht, warum so viele Menschen zu deinen Shows kommen?
Sträter: Ja, hab ich. Und dann sofort wieder aufgehört – aus Selbstschutz. Vielleicht liegt’s daran, dass ich rede, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Ich bin nicht vulgär, nicht laut, nicht „Showtreppe, Konfetti, Feuerwerk“. Vielleicht mögen die Leute das Normale. Vielleicht auch einfach, dass sie bei mir wissen: Der Mann erzählt Geschichten, die man versteht – und die nicht weh tun. Und manchmal bin ich für sie ein bisschen wie ein Kumpel.
elbgeflüster®: Apropos Kumpel: Wie gehen die Fans auf dich zu?
Sträter: Meistens wie zu einem alten Bekannten. Schulterklopfer, kurzes Gespräch, manchmal eine Umarmung von hinten – da erschrecke ich dann aber wirklich. Aber im Großen und Ganzen sind das doch meine Arbeitgeber. Die bezahlen mir mein Brot. Da wäre es ja verrückt, denen nicht freundlich zu begegnen.
elbgeflüster®: In deiner Show tauchst du auch immer wieder in ernste Themen ein – Depressionen zum Beispiel. Wie hat sich dein Blick darauf verändert?
Sträter: Es ist ein schwieriges Thema. Ich hatte meine Depression viel zu lange, ohne zu wissen, was da eigentlich passiert. Und irgendwann war klar: Ich muss mir helfen lassen. Seit ich richtig behandelt werde, bin ich symptomfrei. Aber ich rede nicht als Experte darüber – eher als jemand, der’s hinter sich hat und anderen Mut machen will, sich Hilfe zu holen. Humor hilft. Ernst zu sein auch. Beides darf nebeneinander existieren.
elbgeflüster®: Du bist wahnsinnig viel unterwegs. Was ist für dich die größte Herausforderung auf Tour?
Sträter: Dass ich nicht wieder viel zu lange mache. Ich will komprimiert auftreten – wirklich! – aber dann erzähle ich noch eine Geschichte, und noch eine, und noch eine… und plötzlich ist es 22.15 Uhr und alle müssen morgen früh raus. Ich arbeite daran. Erfolglos, aber bemüht.
elbgeflüster®: Du hast eine enge Verbindung zu Sachsen. Besonders zu Dresden und Leipzig, oder?
Sträter: Aber Hallo. Als ich das erste Mal abends durch die Dresdner Innenstadt gelaufen bin, dachte ich: Das ist doch ein Radeberger-Werbespot!. So sauber, so beleuchtet, so hübsch – ich hab’s kaum geglaubt. Und Leipzig? Leipzig ist für mich was Besonderes. Da hatte ich 2003 oder 2004 meine erste Show überhaupt. Klein, verraucht, improvisiert – und trotzdem der Anfang von allem. Beide Städte bedeuten mir viel.
elbgeflüster®: Die Tour heißt „Mach mal das große Licht an“. Was erwartet dein Publikum?
Sträter: Eine Mischung – wie immer. Geschichten aus meinem Leben, Dinge, über die wir alle stolpern, Gedanken zu den großen und kleinen Katastrophen. Und Humor, der niemanden verkloppt. Es gibt spontane Momente, es gibt Tiefe, manchmal auch einen Hauch Metaphysik – aber keine Angst: Ich erkläre niemandem das Leben. Ich erzähle nur meins.
elbgeflüster®: Und zum Schluss: Schenk unseren Leserinnen und Lesern eine Lebensweisheit.
Sträter: Gern. Du bist nie so gut, wie die Leute sagen – und nie so schlecht. Und der Rest ist Übung.
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Wir verlosen unter allen Teilnehmern 1 x 2 Freikarten.
Mitmachen ist denkbar einfach: Schicken Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Torsten Sträter“ sowie Ihre Kontaktdaten an: gewinnspiel (at) elbgefluester.de oder senden Sie eine Postkarte mit dem Stichwort „Torsten Sträter“ an Elbgeflüster, Goethestr. 81, 01587 Riesa. Bitte Ihre Telefonnummer nicht vergessen. Einsendeschluss: 18.01.26. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


