Interview mit Nicole

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„Der ESC müsste jetzt eher „Eurovision Show Contest“ heißen!“

Am 18. September gastiert Nicole mit ihrer Jubiläumstour „Meine Schätze“ in der Börse Coswig. Im Gespräch mit dem Elbgeflüster blickt die ESC-Gewinnerin auf 45 bewegte Bühnenjahre zurück und verrät, warum Neid manchmal sogar ein Kompliment sein kann.

elbgeflüster®: Frau Nicole, Ihre Tour trägt den Titel „Meine Schätze“. Sind damit vor allem Ihre Lieder gemeint oder eher die Menschen und Erinnerungen, die Sie auf Ihrem Weg begleitet haben? Nicole: In erster Linie sind natürlich meine Songs gemeint – die musikalischen Schätze, die teilweise über vier Jahrzehnte in der Schatztruhe gelegen haben. Für das Jubiläum haben wir sie wieder hervorgeholt, neu arrangiert und neu aufgenommen. Aber diese Lieder wären natürlich keine Schätze geworden ohne das Publikum. Die Menschen haben sie über all die Jahre begleitet, geschätzt und mit Leben gefüllt. Deshalb gehört beides zusammen.

elbgeflüster®: Im September erscheint auch das gleichnamige Album. Dürfen sich Ihre Fans auf einen neuen musikalischen Kurs freuen? Nicole: Nicht wirklich. Die Songs stehen für sich und sollen auch erkennbar bleiben. Ich möchte sie nicht verbiegen. Aber manchmal reichen schon kleine Veränderungen im Arrangement oder eine neue Instrumentierung, damit ein Lied plötzlich einen ganz anderen Charakter bekommt. Eine Besonderheit sind diesmal meine Gäste. Es gibt Duette unter anderem mit Heinz Rudolf Kunze, Johnny Logan, Joey Kelly und Angelo Kelly. Das hat unglaublich viel Spaß gemacht.

elbgeflüster®: Johnny Logan bringt uns direkt zum Eurovision Song Contest. Schauen Sie ihn heute noch? Nicole: Ja, jedes Jahr. Aber ich muss ehrlich sagen: Es fällt mir zunehmend schwer. Für mich war der Eurovision Song Contest immer ein Komponisten- und Autorenwettbewerb. Heute steht oft die Show im Vordergrund. Manchmal habe ich das Gefühl, es müsste eher „Eurovision Show Contest“ heißen. Die ursprüngliche Idee, das beste Lied auszuzeichnen, ist leider etwas verloren gegangen.

elbgeflüster®: Erinnern Sie sich noch an den Moment, als Ihnen klar wurde: Jetzt gewinne ich für Deutschland den ESC? Nicole: Sehr gut sogar. Als feststand, dass uns niemand mehr einholen konnte, sind wir uns einfach alle um den Hals gefallen. Dieser Moment wurde sogar fotografiert. Ich war damals 17 Jahre alt und plötzlich schaute ganz Europa auf mich. Dass „Ein bisschen Frieden“ bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat, macht mich besonders stolz. Es war wirklich ein einmaliger Moment.

elbgeflüster®: Sie waren damals noch Schülerin. Wie schafft man es, plötzlich europaweit bekannt zu sein und gleichzeitig das Abitur zu machen? Nicole: Es war schon verrückt. Ich war wochenlang unterwegs, von einer Fernsehsendung zur nächsten. Die Aufgaben wurden mir damals tatsächlich per Fax ins Hotel geschickt. Zwischen Proben und Flügen habe ich versucht zu lernen. Einfach war das nicht, aber ich wollte das Abitur unbedingt schaffen. Wenn ich etwas anfange, bringe ich es auch zu Ende.

elbgeflüster®: Sie wirken bis heute unglaublich bodenständig. Woher kommt diese Disziplin? Nicole: Wahrscheinlich von meinen Eltern. Sie waren beide sehr fleißig und zielstrebig. Das wurde mir wohl in die Wiege gelegt. Ich habe nie aufgehört zu arbeiten und freue mich bis heute über jedes neue Projekt.

elbgeflüster®: Wie sieht ein perfekter Tag aus, wenn Nicole einmal nicht auf Tour ist? Nicole: Der beginnt mit einem frisch gepressten Orangensaft. Dann möglichst Zeit mit der Familie. Unsere beiden Enkel sind das Größte. Und wenn Freunde zu Besuch kommen, stehe ich auch gerne drei oder vier Stunden selbst in der Küche. Für mich gehört das einfach dazu. Wer Freunde einlädt, sollte sich auch Zeit für sie nehmen.

elbgeflüster®: Seit 45 Jahren stehen Sie im Rampenlicht. Haben Sie den Eindruck, dass Ihre Fans mit Ihnen älter geworden sind? Nicole: Ja, absolut. Viele sehe ich seit Jahrzehnten immer wieder in den ersten Reihen. Daraus ist fast schon eine große Familie geworden. Man kennt sich, freut sich aufs Wiedersehen und begegnet sich mit großem Respekt. Das ist etwas sehr Schönes.

elbgeflüster®: Zum Abschluss stellen wir all unseren Gesprächspartnern dieselbe Frage: Welche Lebensweisheit möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? Nicole: „Den Neid musst du dir verdienen – das Mitleid bekommst du geschenkt.“ Diesen Satz begleitet mich schon lange. Es gibt natürlich negativen Neid, aber es gibt auch den positiven. Wenn jemand sagt: „Das würde ich auch gerne können“, dann ist das eigentlich ein schönes Kompliment. Es zeigt, dass sich Einsatz und Leidenschaft am Ende doch auszahlen.

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Wir verlosen unter allen Teilnehmern 1 x 2 Freikarten.

Mitmachen ist denkbar einfach: Schicken Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Nicole“ sowie Ihre Kontaktdaten an: gewinnspiel (at) elbgefluester.de oder senden Sie eine Postkarte mit dem Stichwort „Nicole“ an Elbgeflüster, Goethestr. 81, 01587 Riesa. Bitte Ihre Telefonnummer nicht vergessen. Einsendeschluss: 30.08.26. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Foto: Joelle Seibert

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