Heimische Honige aus verschiedenen Pflanzen und Regionen sind mehr als nur süß.

Die Menschen in Deutschland sind echte Honigesser: Mit rund einem Kilogramm pro Kopf und Jahr belegen sie einen Spitzenplatz im weltweiten Verbrauch. Rund 80 Prozent des Honigangebotes stammt dabei allerdings aus Importen, vor allem aus Südamerika, Südosteuropa und auch China. Diese Honige kommen meist als „Mischung aus EU und Nicht-EU-Ländern“ in den Handel. Im Gegensatz dazu stehen die eigenen Honigernten, die mit ganz unterschiedlichen Geschmacksrichtungen von süß bis malzig, von sanft bis kräftig punkten und damit Ausdruck hiesiger Regionen sind. Die typischen deutschen Landschaften mit ihrer vielfältigen Flora bieten zudem eine Vielfalt von fast 30 verschiedenen Sorten.

Im Wald und auf der Heide
Sortenhonige haben eine spezifische botanische oder geografische Herkunft. So kommt zum Beispiel von den ausgedehnten Rapsfeldern Norddeutschlands der hellgelbe, mildaromatische Rapshonig. Violett blühende Heidelandschaften liefern eine herb-würzige Sorte, weitläufige Wälder etwa in Bayern und im Schwarzwald markant-malzigen Tannenhonig. Und auch Klee-, Akazien-, Linden- und Edelkastanienhonig haben ihr jeweils ganz eigenes Aroma. Nicht unbedingt von nur einer Pflanzenart, aber geografisch definiert sind beispielsweise der dunkle Waldhonig oder Gebirgsblütenhonig, der alleine von Pflanzen aus den Bergen stammen darf. Es gibt auch Mischformen, etwa Sorten aus mehreren Pflanzenarten wie Tannen- und Fichtenhonig oder solche mit einer unspezifischen sowie einer spezifischen botanischen Herkunft wie Frühjahrsblüte mit Akazienhonig. Keine Art schmeckt wie die andere – deshalb einfach direkt beim Imker in der Nähe testen, um den persönlichen Lieblingsgeschmack herauszufinden. Honigvielfalt, die unter der Marke „Echter Deutscher Honig“ angeboten wird, erfüllt die strengen Qualitätsvorgaben des Deutschen Imkerbundes und wird ständig kontrolliert. So wird neben physikalischen und chemischen Eigenschaften auch unter dem Mikroskop anhand der enthaltenen Pollen genau geprüft, ob er in Deutschland gewonnen wurde.

Gutes im eigenen Garten tun
Leider konnten Imker und Imkerinnen in den letzten Jahren oft weniger ernten als früher, da durch Trockenheit und Klimawandel Blüten teilweise ausgefallen sind und die Bienenvölker leiden. Um die fleißigen Insekten zu unterstützen, kann jeder Garten- oder Balkonbesitzer einen Beitrag leisten – Tipps dazu gibt es unter www.deutscherimkerbund.de.
So lieben Bienen Naturgärten, in denen auch Wildkräuter Platz haben, sowie Wildwiesen, Obstgehölze und spätblühende Pflanzen. Wer in seiner privaten Grünoase bienenfreundliche Ecken schafft, schützt die Natur, bietet Wild- und Honigbienen Habitate und sichert reiche Honigernten.

Fotos: djd/Deutscher Imkerbund e.V./Mathias Welsch/Marita Krings

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