Mütter und Väter müssen Kindern Freiraum lassen – auch beim Lernen.

Kaum ein Thema treibt Eltern so sehr um wie die richtige Erziehung ihrer Kinder. Wie eng sollte, darf oder muss man sie betreuen? Nimmt man den Nachwuchs besser an die kurze oder an die ganz lange Leine? Die optimale Lösung liegt wie bei vielen Dingen irgendwo in der goldenen Mitte. Einerseits ist es für Kinder wichtig, dass sich ihre Eltern um sie kümmern, Gefahren abwenden und sich für ihre Bildung engagieren. Zu viel Sorge kann jungen Menschen jedoch vieles vorenthalten, was sie für eine gesunde Entwicklung zu selbstständigen und selbstbewussten Individuen benötigen.

Nicht alles abnehmen Gerade in schulischen Belangen sind Eltern unsicher, ob sie etwa bei den Hausaufgaben und Referaten helfen sollen oder nicht. „Es ist verständlich, dass Eltern für ihre Kinder nur das Beste wollen. Diejenigen, die dabei über das Ziel hinausschießen, werden Helikopter-Eltern genannt“, erklärt Thomas Momotow vom Studienkreis. „Das sind überfürsorgliche Mütter und Väter, die ihre Kinder sehr stark behüten und ihnen unnötig viele Aufgaben abnehmen.“ Wer sich selbst fragt, wie viel Unterstützung das eigene Kind tatsächlich benötigt und ob man womöglich zu viel „hilft“, findet Antworten in einem 48 Seiten starken E-Book mit dem Titel „Vertrauen statt Kontrolle – So finden Eltern aus der Helikopter-Falle“. Es kann unter www.studienkreis.de/vertrauen-statt-kontrolle kostenlos heruntergeladen werden. In dem Ratgeber erfahren Eltern nicht nur, wie sie ihr Kind auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit in Schule und Alltag begleiten können. Ebenso wird vermittelt, dass Scheitern zu einem gesunden Lernen dazugehört. Außerdem gibt die Broschüre Tipps, wie man Kindern nach und nach altersgerecht Verantwortung übertragen kann.

Auch mal einfach machen lassen Forschende der Universität Bielefeld haben mit Drittklässlern untersucht, welche Faktoren den Lernerfolg eines Kindes positiv beeinflussen. Nützlich ist es ihnen zufolge, wenn Eltern Interesse an den schulischen Belangen zeigen und es ermutigen, Probleme selbstständig zu lösen. Bei den Hausaufgaben etwa sollten sie sich in der Nähe des Nachwuchses aufhalten, aber nur bei Bedarf helfend aktiv werden. Lediglich 13 Prozent der befragten Kinder waren der Meinung, die Hilfe der Eltern wirklich zu benötigen. Statt ihnen jederzeit beim Lernen auf die Finger zu schauen, sollte man sie also lieber darin unterstützen, eigene Motivation zu finden. Eltern dürfen zudem nie vergessen: Kinder brauchen Freiraum. Mütter und Väter, die diesen lassen, sorgen dafür, dass die Kleinen sich mutig und um viele Erfahrungen reicher in der Welt außerhalb der Familienumgebung zurechtfinden können.

Foto: djd/Studienkreis/Claudia Hofeldt

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